Diesen Traum konnten sich zwei Triathletinnen vom ATSV-TRI Ternitz, Beatrix Dvorak und Waltraud Ritter am 4.9.2016 erfüllen.

Durch jahrelanges, konsequentes Training konnten sie ihre Leistungen kontinuierlich steigern und auch die Begeisterung für diese Sportart wuchs stetig. Im Jahr 2015 beim IRONMAN 70.3 in Budapest (HUN) gelang Beatrix Dvorak das perfekte Rennen. Es passte einfach alles an diesem Tag und nach 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und 21km Laufen stand sie als Siegerin ihrer Altersklasse ganz oben am Podest. Waltraud Ritter gelang dieser Sieg am 17.9.2016 beim Ironman 70.3 in Pula (HR).

Mit den Tagessiegen nicht genug, hatten beiden Damen nun auch eines der heiß umkämpften Tickets zur Teilnahme an der 70.3 Weltmeisterschaft 2016 in Mooloolaba, Sunshine Coast Australien gelöst.

Als Starter bei dieser WM werden nur die Sieger und manchmal auch die 2. Platzierten von weltweit ausgetragenen IRONMAN 70.3 Qualifikationsrennen zugelassen (aus über 200.000 Athleten qualifizieren sich nur die Top 3.000) – es wird somit sichergestellt, dass sich hier nur die Besten der Besten der Welt treffen und um den Titel „WeltmeisterIn“ kämpfen.

Schon kurze Zeit nach der Qualifikation ging es an die Planung der Teilnahme bei der WM – Flüge mussten gebucht, Hotels reserviert, die Abwesenheit koordiniert werden – ein Projekt, welches nur durch ein optimales Zusammenspiel im Umfeld der Athletinnen ermöglicht wurde.

Am 19. August 2016 ging es dann endlich los, 19 Stunden Flug brachten die beiden Teilnehmerinnen und ihre Reisebegleiter dem Ziel, der Stadt Mooloolaba an der Australischen Ostküste näher. Geplant war vorab eine Woche zur Gewöhnung an die Zeitverschiebung und zur Akklimatisation an das andere Klima (in Australien beginnt jetzt der Frühling), einige letzte Trainingstage um dann optimal für den Tag „X“ vorbereitet zu sein.

Spätestens bei der „parade of nations“, dem Einzug aller teilnehmenden Länder wurde den Beiden bewusst, welche unglaubliche Ehre es sein wird, am Wettkampftag für Österreich an den Start gehen zu dürfen.

Sonntag 4. September 2016 – der große Tag!

Aufstehen um 04:30  – noch ein leicht verdauliches Frühstück – ein letzter Check ob alles in der Tasche ist und dann ab zum Veranstaltungsgelände. Ein letztes Mal das Fahrrad überprüfen, Getränke auffüllen, alles griffbereit vorbereiten, damit beim späteren Wechsel zwischen den Sportarten keine unnötige Zeit verloren geht und dann weiter in den Startbereich.

Die Anspannung steht den beiden nun bereits ins Gesicht geschrieben, die Nervosität ist kaum zu ertragen – wurde nichts vergessen, haben sie genug trainiert, wird die Ausrüstung halten – hunderte Gedanken schießen ihnen durch den Kopf.

Dann ist es so weit – die jeweiligen Startwellen werden in den Vorstartbereich gerufen – der Neopren Anzug wird fertig angezogen, noch eine kurze Verabschiedung von den Begleitern und dann ab in Richtung Start. Noch einige letzte Anweisungen vom Rennleiter und dann geht es los. Da es sich um einen „open water swim“ handelt, müssen die Athletinnen zur Startlinie durch die Brandung ins offene Meer schwimmen – dort weisen sie die Helfer ein letztes Mal an der Startlinie ein.

Pünktlich um 08:00 ertönt das Signal und der Wettkampf beginnt. Bereits nach wenigen Zügen finden sie ihren Rhythmus und der Puls beruhigt sich. Wovor Beatrix Dvorak am meisten Respekt gehabt hat, dem Schwimmen im offenen Meer, wird nun zu einer unglaublichen Erfahrung. Die 1,9 km vergehen unglaublich schnell und sie kommt im guten Mittelfeld aus dem Wasser. Waltraud Ritter, welche schon mehr Erfahrung im Meer hat, hat mit diesen Gegebenheiten keine Probleme und steigt in der Führungsgruppe aus dem Wasser.

Am Strand erwarten die beiden Athletinnen bereits die Betreuer und feuern sie gemeinsam mit hunderten anderen Zusehern an. Für den Wechsel auf das Rad brauchen die Damen unüblich lange, dies liegt aber nicht an ihnen, vielmehr an der extrem weitläufigen Wechselzone.

Nun geht’s auf das Rad –  zuerst auf einer gesperrten Autobahn, flach aber mit extrem starkem Seiten- und Gegenwind, dann ins hügelige Hinterland mit kleinen Anstiegen um die 20%. Nach knapp 3 Stunden kommen die beiden Athletinnen wieder zurück in den Bereich der Wechselzone und was sie dort erwartet übertrifft alle Erwartungen. Tausende Zuseher stehen entlang der Strecke und feuern Athleten, egal aus welchem Land oder Hautfarbe mit dem gleichen Enthusiasmus an.

Der 2. Wechsel geht etwas schneller – das Rad in die zugewiesene Position abgestellt, Helm und Radschuhe verstaut und die Laufschuhe angezogen. Noch einen kräftigen Schluck aus der Trinkflasche und ab geht es auf die letzte Etappe des Rennens.

21km in 2 Lauf-Runden entlang der malerischen Sunshine Coast, eine leicht kupierte Strecke . Mit durchgängigem Blick auf das Meer und Palmenstrände wird der Lauf zum absoluten Genuss. Die beiden Athletinnen bringen diese Strecke schneller als erwartet hinter sich und biegen in den ca. 500m langen Zielkanal ein.

Das Ziel in greifbarer Nähe, angepeitscht von tausenden tobenden Zusehern genießen sie die letzten Meter zur Finish Line, wo sie die Sprecher mit den Worten „You are an Ironman“ willkommen heißen!

Den Zieleinlauf noch gar nicht ganz realisiert, bekommen sie die ersehnte Finisher Medaille um den Hals gehängt und es wird ihnen klar – „Ich habe es geschafft – Ich habe bei den IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaften teilgenommen und diese auch in einer guten Zeit finishen können !!“